Kapitel 10

Fun Facts

Wissen für Blowhards, Braggadocios und Connaisseurs

Akte BVB — Fun Facts
Akte BVB · Borussia Dortmund

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Wissen für Blowhards, Braggadocios und Connaisseurs

Borussia Dortmund ist erster deutscher Europapokalsieger (1966). Das wissen viele. Hier kommen Fun Facts zum BVB mit „Wow“-Effekt.

Heimstark seit 1950

Borussia Dortmund war irgendwie schon immer heimstark: Das erste Heimspiel, das die Borussia in der Oberliga West (bis 1963) verliert, gibt es erst in der dritten Saison in dieser Spielklasse und zwar am 2. April 1950 mit 0:1 gegen den späteren Vizemeister Preußen Dellbrück. Im Tor des Gegners steht Fritz Herkenrath, seines Zeichens deutscher Nationaltorhüter bei der WM 1958 in Schweden.

Dr. Gerd Niebaum – BVB-Präsident Börsengang und Beinahe-Bankrott
Dr. Gerd Niebaum führt den BVB erst an die Börse – und dann an den Rand des Ruins. Foto: Imago Images / Team 2

August Lenz: Der erste Nationalspieler

Der erste Nationalspieler: August Lenz (1910 – 1988) ist 1935 der erste Nationalspieler des BVB. Er läuft bis 1938 in 14 Länderspielen für Deutschland auf. Nach seiner aktiven Laufbahn betreibt Lenz 33 Jahre lang eine Kneipe am Borsigplatz in Dortmund. Das Gesicht von August Lenz ist heute neben dem Stadtadler mit BVB-Emblem das Logo der Dortmunder Ultra-Fangruppierung The Unity.

Dortmunder Löwen: Spätestens mit dem Börsengang 2000 gilt Borussia Dortmund für viele Kritiker und „Traditionalisten“ unter den deutschen Fußballfans als „Vorhölle der Kommerzialisierung“. Doch eigentlich beginnt die totale Vermarktung des BVB schon viel früher. Als der Verein nach vier bitteren Jahren in der Regionalliga und in der 2. Bundesliga Nord in die erste Liga zurückkehrt, übernimmt ein Tabakkonzern vollumfänglich das Sponsoring. Der Schriftzug („Samson“) auf dem Trikot ist zwar in den 1970-er Jahren nichts Ungewöhnliches mehr, sehr wohl jedoch das neue Vereinslogo. Anstatt „BVB 09“ grüßt ein Löwe auf dem Vereinslogo. Das bleibt bis 1978 so.

BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball am Ball im Freundschaftsspiel
Der Präsident kann es auch am Ball: BVB-Boss Dr. Reinhard Rauball (r.) in einem Freundschaftsspiel zwischen Eintracht und Borussia Dortmund im Duell mit Wolfgang Vöge. Foto: Imago Images / Horstmüller

Ein Heimspiel im Westfalenstadion ohne Borussia Dortmund? Gibt’s nicht! Gibt’s doch – und zwar am 2. April 1976. Es ist kein Aprilscherz, aber auf dem Rasen der WM-Arena von 1974 und 2006 spielen tatsächlich an diesem Tag der VfL Bochum und der FC Schalke 04. Die „liebsten Feinde“ der Borussia also unter sich – die Höchststrafe für jeden Fan! Und als ob das nicht schon perfide genug wäre, gewinnen auch noch die „Knappen“ vom FC Schalke, der in Dortmund mit Sicherheit mehr verachtete unter diesen beiden Kontrahenten, mit 4:1 durch Tore von Erwin Kremers, Herbert Lütkebohmert, Hannes Bongartz und Klaus Fischer. Der Umbau des Bochumer Ruhrstadions macht die einmalige Konstellation möglich. „Zwar rechtfertigten 45.000 Zuschauer diese Entscheidung aus finanzieller Hinsicht, sportlich ging die Partie mit 1:4 jedoch gründlich daneben“, heißt es dazu auf der offiziellen Homepage des VfL Bochum.

BVB Relegation 1986 Fortuna Köln 8:0 – Jürgen Wegmann rettet den BVB
Bundesliga-Relegation 1986: Im dritten Spiel in Düsseldorf überrennen Jürgen Wegmann (m.) und Borussia Dortmund Fortuna Köln mit 8:0. Foto: Imago Images / Sven Simon

Schwacher Titelverteidiger: In der Saison 1966/67 ist für Borussia Dortmund als Europapokalsieger der Pokalsieger schon in der 2. Runde Schluss: 1:2 und 0:0 gegen die Glasgow Rangers aus Schottland. Die Bayern rächen sie dann im Finale (1:0 n.V.) gegen die Schotten.

Glamoroso Amoroso

Glamoroso Amoroso: Umgerechnet 25,5 Millionen Euro hat sich Borussia Dortmund 2001 die Dienste des brasilianischen Stürmers Marcio Amoroso vom AC Parma kosten lassen. Viel Geld für einen, der nur in einer Saison liefert. Amoroso wird Bundesliga-Torschützenkönig und zeigt seine ganze Klasse am 4. April 2002 beim UEFA-Cup-Halbfinale gegen den AC Mailand.

Beim 4:0 (3:0)-Erfolg trifft der Brasilian- Borussia Dortmund gewinnt im Mai 1966 den Europacup der Pokalsieger. Im Bild jubeln Erfolgscoach Willi Multhaup (Vordergrund) und Reinhard „Stan“ Libuda. (r.). er dreimal – und bringt die italienischen Medien zur Verzweiflung. „Das war kein Fußballspiel, sondern ein Massaker“, ist Italiens Fußball-Bibel Gazzetta dello Sport sicher. Der Corriere de la Sera sieht „die dunkelste europäische Nacht seit Beginn der Ära Berlusconi“.

In der Kneipe: Der BVB wird am 4. Advent 1909 von 18 Personen im Wirtshaus „Zum Wildschütz“ gegründet.

Bierussia: So heißt nicht nur ein bekannter BVB-Fanclub aus Niedersachsen! Der Vereinsname „Borussia“ geht auf die Borussia-Brauerei in der Nähe des Borsigplatzes zurück. So heißt es...in interessierten Kreisen.

Erstes Spiel, erster Sieg: Die erste Partie des BVB findet am 15. Januar 1910 statt: Ein 9:3 gegen den VfB Dortmund.

Das erste Zuhause: Der erste BVB-Sportplatz heißt „Weiße Wiese“, weil am Rand stehende Pappeln den Rasen mit weißen Blüten bedecken.

Herr Lehmann: Torhüter Jens Lehmann führt mit vier Platzverweisen die interne Rot-Rangliste des BVB an (Stand: Dezember 2019) – als Torhüter.

Kein Derbysieger: Der 1:0-Derby-Sieg gegen VfB Dortmund 1913 wird annulliert. Das Tor ist 22 Zentimeter zu breit. Der Schiri besorgt das Maßband von einem Bauernhof.

Noch eine Schnurre aus der „alten“ Oberliga: Borussia Dortmund gewinnt in der Saison 1950/51 mit 5:0 gegen den rheinischen Namensvetter aus Mönchengladbach.

Dumm nur, dass der BVB Alfred Meinsen eingesetzt hat. Dessen Spielberechtigung ist in Wahrheit eine gefälschte Abmeldebestätigung. Die Punkte werden Dortmund am „grünen Tisch“ aberkannt, Meinsen bleibt bis März 1953 gesperrt.

Europas Bester: Matthias Sammer von Borussia Dortmund ist 1996 der bis heute letzte deutsche Spieler, der die Auszeichnung „Fußballer Europas“ (Ballon d‘ Or) erhält.

Diese Trainer coachen den BVB zweimal: Uli Maslo (1978/79 und 1983), Udo Lattek (1979-1981 und 2000), und Interimscoach Helmut Witte (1983 / zweimal).

Die gleiche Meisterelf: 1956 und 1957

Die gleiche Meisterelf: Einmalig in der Historie der Deutschen Meisterschafts-Endspiele (1948 bis 1963) – der BVB holt sich zweimal in Folge mit der gleichen Aufstellung den Titel. Heinrich Kwiatkowski; Wilhelm Burgsmüller, Herbert Sandmann; Elwin Schlebrowski, Max Michallek, Helmut Bracht; Wolfgang Peters, Alfred Preißler, Alfred Kelbassa, Alfred Niepieklo und Helmut Kapitulski – das sind die elf Meisterhelden für die Ewigkeit. „Schiri, hast du gesoffen?“ Diese Frage stellt Dortmunds Max Michallek am 11. November 1951 am Essener Uhlenkrug beim 2:3 gegen Schwarz-Weiß Essen.

BVB-Spieler Erich Wieding liefert sich an der Seitenlinie eine handfeste Schlägerei mit einem Platzordner und Michallek unterstellt Schiedsrichter Fähnrich eine Alkohol-Fahne. Dass der Referee in der Tat getrunken hat, wird durch eine sofortige Blutprobe nach dem Spiel wiederlegt. Die „Schiedsrichterbeleidigung“ kostet Michallek 100 Mark Geldstrafe.

Die BVB-Brust ist Gold wert: Der Bekleidungshersteller „s. Oliver“ zahlt ab 1998 pro Saison zwölf Millionen Mark, um auf den goldgelben Trikots für Borussia Dortmund werben zu dürfen. Das ist zu diesem Zeitpunkt ein neuer Rekord in der Bundesliga.

Nuri Şahin: Jüngster Bundesligaspieler

Der jüngste Bundesliga-Spieler: Nuri Sahin von Borussia Dortmund ist nicht nur jüngster Akteur in der Vereinsgeschichte, sondern auch in der Historie der Bundesliga. Bei seinem Profi-Debüt am 16. Juli 2005 gegen Sigma Olmütz im UI-Cup ist der Deutsch-Türke 16 Jahre, 10 Monate und 18 Tage alt, in der Bundesliga debütiert er am 6. August 2005 (16/11/1) in Wolfsburg (2:2).

Pokal-Fluch: 1989 holt die Borussia nach 23 Jahren mit dem DFB-Pokal (4:1 gegen Werder Bremen in Berlin) endlich wieder einen Titel. Es folgt: Der Fluch der guten Tat. Zwischen 1989/90 und 2008 (Finale gegen die Bayern) erreicht der Klub nie wieder das Endspiel, sondern leistet sich viermal ein „Aus“ in der 1. Runde und fünfmal in Runde 2.

In Berlin ist kein Zimmer frei: Na sowas, Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1956 in Berlin – und der BVB hat ein massives Quartierproblem. Einen „Accomodation-Manager“ hat man damals noch nicht. Da sich das ursprünglich ausgewählte Hotel als untauglich und der Final-Gegner Karlsruher SC im freien Casino-Hotel bereits abgestiegen ist, findet man erst im vierten Anlauf mit dem Hotel Nestor eine Übernachtungsmöglichkeit für das große Spiel, das am 24. Juni mit 4:2 gewonnen wird.

Der jüngste Präsident: Im März 1979 wird der seit 1976 in einer Dortmunder Sozietät als Rechtsanwalt tätige Reinhard Rauball in einer hitzigen Mitgliederversammlung zum neuen BVB-Präsidenten gewählt. Er ist mit gerade mal 32 Jahren der jüngste Präsident der Bundesliga.

Chronologisch geordnet. Vom Derby im Jahr 1925 bis zur Saison 2019/20. Der Präsident kann es auch am Ball: BVB-Boss Dr. Reinhard Rauball (r.) in einem Freundschaftsspiel zwischen Eintracht und Borussia Dortmund im Duell mit Wolfgang Vöge.

Die Gelbe Wand in Zahlen

Die Südtribüne des Signal Iduna Parks, besser bekannt als die „Gelbe Wand", ist mit 24.454 Stehplätzen die größte Stehplatztribüne Europas. An Bundesliga-Spieltagen stehen dort mehr Menschen als in vielen kompletten Stadien der ersten Liga. Der Zuschauerschnitt des BVB liegt seit Jahren konstant bei über 80.000 — das Stadion ist praktisch bei jedem Heimspiel ausverkauft.

BVB-Aktie: Ein Lehrstück in Geduld

Wer beim Börsengang der BVB-Aktie im Oktober 2000 zum Ausgabepreis von 11 Euro eingestiegen ist, hat bis März 2026 rund 72 Prozent seines Investments verloren. In der gleichen Zeit hat der DAX seinen Wert vervierfacht. Der tiefste Punkt: 2,20 Euro im März 2020 während des Pandemie-Crashs.

Reus-Abschied: Freibier für 80.000

Bei seinem letzten Heimspiel am 18. Mai 2024 spendierte Marco Reus allen Fans im Stadion das Abschiedsbier. Auf einem Zettel an den Bierständen stand: „Danke für alles! Das Abschiedsbier geht auf mich. Euer Marco." Bei 80.000 Zuschauern eine beachtliche Geste.

Häufige Fragen

Wie groß ist die Gelbe Wand?

Die Südtribüne fasst 24.454 Stehplätze und ist die größte Stehplatztribüne Europas.

Was hat Reus bei seinem Abschied gemacht?

Bei seinem letzten Heimspiel am 18. Mai 2024 spendierte er allen Fans Freibier an den Bierständen.

Was war das höchste BVB-Ergebnis?

Das 11:1 gegen Arminia Bielefeld am 12. November 1982 mit zehn Toren in einer Halbzeit.

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