Akte Borussia Dortmund
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Fun Facts — Wissen für Blowhards, Braggadocios und Connaisseurs

Borussia Dortmund 1966 als erster deutscher Europapokalsieger, Vereinsgründung 1909 im Wirtshaus „Zum Wildschütz", Nuri Sahin als jüngster Bundesligaspieler aller Zeiten und Reinhard Rauball mit 32 Jahren als jüngster Präsident der Liga.

ORACLE · LIVE Spieltag 31 · So., 03.05., 15:30
Gladbach BVB
Heim 25.2% 3.83
Unent. 24.7% 3.92
Ausw. 50.1% 1.93

Rekorde und Premieren

Vom ersten Europapokalsieger bis zum schwachen Titelverteidiger.

Erster deutscher Europapokalsieger: 1966 als Anfang vieler BVB-Anekdoten

Der Triumph von Glasgow 1966 ist nur die Eintrittskarte in eine Sammlung von Kuriositäten rund um die Borussia.

Borussia Dortmund ist erster deutscher Europapokalsieger (1966). Das wissen viele. Hier kommen Fun Facts zum BVB mit ,,Wow"-Effekt.

Heimstark seit der Oberliga: erste Heimniederlage erst 1950

Zweieinhalb Saisons lang bleibt der BVB in der Oberliga West daheim ungeschlagen — bis Preußen Dellbrück mit Nationaltorhüter Herkenrath kommt.

Borussia Dortmund war irgendwie schon immer heimstark: Das erste Heimspiel, das die Borussia in der Oberliga West (bis 1963) verliert, gibt es erst in der dritten Saison in dieser Spielklasse und zwar am 2. April 1950 mit 0:1 gegen den späteren Vizemeister Preußen Dellbrück. Im Tor des Gegners steht Fritz Herkenrath, seines Zeichens deutscher Nationaltorhüter bei der WM 1958 in Schweden.

August Lenz: 1935 erster BVB-Nationalspieler, später Wirt am Borsigplatz

14 Länderspiele bis 1938, danach 33 Jahre Kneipe am Borsigplatz — und heute Logo-Gesicht der Ultra-Gruppe The Unity.

Der erste Nationalspieler: August Lenz (1910 – 1988) ist 1935 der erste Nationalspieler des BVB. Er läuft bis 1938 in 14 Länderspielen für Deutschland auf. Nach seiner aktiven Laufbahn betreibt Lenz 33 Jahre lang eine Kneipe am Borsigplatz in Dortmund. Das Gesicht von August Lenz ist heute neben dem Stadtadler mit BVB-Emblem das Logo der Dortmunder Ultra-Fangruppierung The Unity.

Vom BVB zum Löwen: Samson-Sponsoring und das Vereinslogo der 1970er

Schon vor dem Börsengang 2000 vermarktet sich der BVB radikal: Ein Tabakkonzern stellt zwischenzeitlich sogar das Wappen.

Spätestens mit dem Börsengang 2000 gilt Borussia Dortmund für viele Kritiker und „Traditionalisten" unter den deutschen Fußballfans als „Vorhölle der Kommerzialisierung". Doch eigentlich beginnt die totale Vermarktung des BVB schon viel früher. Als der Verein nach vier bitteren Jahren in der Regionalliga und in der 2. Bundesliga NORD in die erste Liga zurückkehrt, übernimmt ein Tabakkonzern vollumfänglich das Sponsoring.

Der Schriftzug („Samson") auf dem Trikot ist zwar in den 1970-er Jahren nichts Ungewöhnliches mehr, sehr wohl jedoch das neue Vereinslogo. Anstatt „BVB 09" grüßt ein Löwe auf dem Vereinslogo. Das bleibt bis 1978 so.

Schalke gegen Bochum im Westfalenstadion: der schwarze 2. April 1976

Während des Bochumer Stadionumbaus tragen ausgerechnet Schalke und der VfL ein Heimspiel im Dortmunder Westfalenstadion aus.

Ein Heimspiel im Westfalenstadion ohne Borussia Dortmund? Gibt’s nicht! Gibt’s doch – und zwar am 2. April 1976. Es ist kein Aprilscherz, aber auf dem Rasen der WM-Arena von 1974 und 2006 spielen tatsächlich an diesem Tag der VfL Bochum und der FC Schalke 04. Die „liebsten Feinde" der Borussia also unter sich – die Höchststrafe für jeden Fan!

Und als ob das nicht schon perfide genug wäre, gewinnen auch noch die „Knappen" vom FC Schalke, der in Dortmund mit Sicherheit mehr verachtete unter diesen beiden Kontrahenten, mit 4:1 durch Tore von Erwin Kremers, Herbert Lütkebohmert, Hannes Bongartz und Klaus Fischer. Der Umbau des Bochumer Ruhrstadions macht die einmalige Konstellation möglich. „Zwar rechtfertigten 45.000 Zuschauer diese Entscheidung aus finanzieller Hinsicht, sportlich ging die Partie mit 1:4 jedoch gründlich daneben", heißt es dazu auf der offiziellen Homepage des VfL Bochum.

Schwacher Titelverteidiger: 1966/67 raus gegen die Glasgow Rangers

Ein Jahr nach dem historischen Triumph endet die Pokalsieger-Verteidigung schon in Runde zwei.

In der Saison 1966/67 ist für Borussia Dortmund als Europapokalsieger der Pokalsieger schon in der 2. Runde Schluss: 1:2 und 0:0 gegen die Glasgow Rangers aus Schottland. Die Bayern rächen sie dann im Finale (1:0 n.V.) gegen die Schotten.

Kuriositaeten

Skurrile Geschichten aus der BVB-Historie.

Glamoroso Amoroso: 25,5 Millionen Euro und ein Massaker am AC Mailand

Der teure Brasilianer liefert nur eine Saison — die aber krachend, inklusive Dreierpack im Halbfinale.

Umgerechnet 25,5 Millionen Euro hat sich Borussia Dortmund 2001 die Dienste des brasilianischen Stürmers Marcio Amoroso vom AC Parma kosten lassen. Viel Geld für einen, der nur in einer Saison liefert. Amoroso wird Bundesliga-Torschützenkönig und zeigt seine ganze Klasse am 4. April 2002 beim UEFA-Cup-Halbfinale gegen den AC Mailand.

Beim 4:0 (3:0)-Erfolg trifft der Brasilianer dreimal – und bringt die italienischen Medien zur Verzweiflung. „Das war kein Fußballspiel, sondern ein Massaker", ist Italiens Fußball-Bibel Gazzetta dello Sport sicher. Der Corriere de la Sera sieht „die dunkelste europäische Nacht seit Beginn der Ära Berlusconi".

Gegruendet im Wirtshaus Zum Wildschütz am 4. Advent 1909

Gegründet wird der Klub am 4. Advent 1909 von 18 Männern in einem Dortmunder Wirtshaus.

In der Kneipe: Der BVB wird am 4. Advent 1909 von 18 Personen im Wirtshaus „Zum Wildschütz" gegründet.

Bierussia: Der Vereinsname stammt aus einer Brauerei

Borussia ist nicht bloß lateinisch für Preußen — die Namensgeber stehen am Borsigplatz und brauen Bier.

Bierussia: So heißt nicht nur ein bekannter BVB-Fanclub aus Niedersachsen! Der Vereinsname „Borussia" geht auf die Borussia-Brauerei in der Nähe des Borsigplatzes zurück. So heißt es…in interessierten Kreisen.

9:3 zum Auftakt: das erste Spiel des BVB im Januar 1910

Beim Debüt setzt es gleich neun Tore — und der Gegner ist ausgerechnet der lokale Rivale.

Erstes Spiel, erster Sieg: Die erste Partie des BVB findet am 15. Januar 1910 statt: Ein 9:3 gegen den VfB Dortmund.

Die Weiße Wiese: erster BVB-Sportplatz mit Pappel-Blütenrand

Der erste Spielort verdankt seinen Namen nicht Kreidelinien, sondern den Bäumen am Spielfeldrand.

Das erste Zuhause: Der erste BVB-Sportplatz heißt „Weiße Wiese", weil am Rand stehende Pappeln den Rasen mit weißen Blüten bedecken.

Vier Platzverweise: Jens Lehmann führt die BVB-Rote-Karten-Liste an

Ausgerechnet ein Torhüter ist beim BVB der Spieler mit den meisten Roten Karten der Vereinsgeschichte.

Torhüter Jens Lehmann führt mit vier Platzverweisen die interne Rot-Rangliste des BVB an (Stand Dezember 2019) – als Torhüter.

Geschichten aus der Oberliga

Anekdoten aus der Zeit vor der Bundesliga.

Tor zu breit: Annullierter Derby-Sieg 1913 wegen 22 Zentimetern

Der Schiedsrichter holt das Maßband vom Bauernhof — und das Tor entpuppt sich als 22 Zentimeter zu weit.

Der 1:0-Derby-Sieg gegen VfB Dortmund 1913 wird annulliert. Das Tor ist 22 Zentimeter zu breit. Der Schiri besorgt das Maßband von einem Bauernhof.

5:0 am grünen Tisch verloren: der Fall Alfred Meinsen 1950/51

Ein klares Resultat gegen Mönchengladbach wird kassiert — wegen einer gefälschten Abmeldebestätigung.

Noch eine Schnurre aus der „alten" Oberliga: Borussia Dortmund gewinnt in der Saison 1950/51 mit 5:0 gegen den rheinischen Namensvetter aus Mönchengladbach. Dumm nur, dass der BVB Alfred Meinsen eingesetzt hat. Dessen Spielberechtigung ist in Wahrheit eine gefälschte Abmeldebestätigung. Die Punkte werden Dortmund am „grünen Tisch" aberkannt, Meinsen bleibt bis März 1953 gesperrt.

Matthias Sammer: 1996 als bisher letzter deutscher Ballon-d'Or-Gewinner

Seit fast drei Jahrzehnten wartet Deutschland auf den nächsten Europas-Fußballer-Titel.

Matthias Sammer von Borussia Dortmund ist 1996 der bis heute letzte deutsche Spieler, der die Auszeichnung ,,Fußballer Europas" (Ballon d‘ Or) erhält.

Zweimal BVB-Trainer: Maslo, Lattek und Interimscoach Witte

Drei Namen tauchen in der Trainerchronik gleich doppelt auf — einer davon sogar zweimal als Interimslösung.

Diese Trainer coachen den BVB zweimal: Uli Maslo (1978/79 und 1983), Udo Lattek (1979-1981 und 2000), und Interimscoach Helmut Witte (1983 / zweimal).

Zweimal in Folge mit identischer Elf zum Meistertitel

In der Endspiel-Ära von 1948 bis 1963 schafft das nur ein Team — der BVB.

Die gleiche Meisterelf: Einmalig in der Historie der Deutschen Meisterschafts-Endspiele (1948 bis 1963) – der BVB holt sich zweimal in Folge mit der gleichen Aufstellung den Titel. Heinrich Kwiatkowski; Wilhelm Burgsmüller, Herbert Sandmann; Elwin Schlebrowski, Max Michallek, Helmut Bracht; Wolfgang Peters, Alfred Preißler, Alfred Kelbassa, Alfred Niepieklo und Helmut Kapitulski – das sind die elf Meisterhelden für die Ewigkeit.

„Schiri, hast du gesoffen?" Michalleks teure Frage von 1951

Eine Blutprobe entlastet den Schiedsrichter — und kostet den BVB-Spieler 100 Mark.

„Schiri, hast du gesoffen?" Diese Frage stellt Dortmunds Max Michallek am 11. November 1951 am Essener Uhlenkrug beim 2:3 gegen Schwarz-Weiß Essen. BVB-Spieler Erich Wieding liefert sich an der Seitenlinie eine handfeste Schlägerei mit einem Platzordner und Michallek unterstellt Schiedsrichter Fähnrich eine Alkohol-Fahne. Dass der Referee in der Tat getrunken hat, wird durch eine sofortige Blutprobe nach dem Spiel wiederlegt.

Die „Schiedsrichterbeleidigung" kostet Michallek 100 Mark Geldstrafe.

Vom Trikot bis zum Pokal

Geschichten rund um Trikots, Rekorde und den DFB-Pokal.

s.Oliver zahlt ab 1998 zwölf Millionen Mark pro Saison

Der Bekleidungshersteller s.Oliver setzt 1998 mit zwölf Millionen Mark pro Saison einen Bundesliga-Rekord für Trikotwerbung.

Die BVB-Brust ist Gold wert: Der Bekleidungshersteller „s. Oliver" zahlt ab 1998 pro Saison zwölf Millionen Mark, um auf den goldgelben Trikots für Borussia Dortmund werben zu dürfen. Das ist zu diesem Zeitpunkt ein neuer Rekord in der Bundesliga.

Nuri Sahin: jüngster Spieler der Bundesliga-Geschichte

Mit 16 Jahren, 11 Monaten und 1 Tag debütiert Sahin 2005 in Wolfsburg — und schreibt Liga-Historie.

Der jüngste Bundesliga-Spieler: Nuri Sahin von Borussia Dortmund ist nicht nur jüngster Akteur in der Vereinsgeschichte, sondern auch in der Historie der Bundesliga. Bei seinem Profi-Debüt am 16. Juli 2005 gegen Sigma Olmütz im UI-Cup ist der Deutsch-Türke 16 Jahre, 10 Monate und 18 Tage alt, in der Bundesliga debütiert er am 6. August 2005 (16/11/1) in Wolfsburg (2:2).

Pokal-Fluch: Nach dem Triumph 1989 folgen 19 dürre Jahre

Auf den Pokalsieg gegen Werder Bremen folgt eine Endspielpause bis 2008 — mit neun frühen Pleiten.

Pokal-Fluch: 1989 holt die Borussia nach 23 Jahren mit dem DFB-Pokal (4:1 gegen Werder Bremen in Berlin) endlich wieder einen Titel. Es folgt: Der Fluch der guten Tat. Zwischen 1989/90 und 2008 (Finale gegen die Bayern) erreicht der Klub nie wieder das Endspiel, sondern leistet sich viermal ein ,,Aus" in der 1. Runde und fünfmal in Runde 2.

Hotel-Odyssee 1956: Vier Anläufe bis zum Meistertitel in Berlin

Vor dem Endspiel gegen den KSC sucht der BVB verzweifelt ein freies Quartier in West-Berlin.

In Berlin ist kein Zimmer frei: Na sowas, Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1956 in Berlin – und der BVB hat ein massives Quartierproblem. Einen „Accomodation-Manager" hat man damals noch nicht. Da sich das ursprünglich ausgewählte Hotel als untauglich und der Final-Gegner Karlsruher SC im freien Casino-Hotel bereits abgestiegen ist, findet man erst im vierten Anlauf mit dem Hotel Nestor eine Übernachtungsmöglichkeit für das große Spiel, das am 24. Juni mit 4:2 gewonnen wird.

Reinhard Rauball: 1979 mit 32 Jahren jüngster Präsident der Bundesliga

Ein Dortmunder Rechtsanwalt setzt sich in einer hitzigen Mitgliederversammlung durch.

Der jüngste Präsident: Im März 1979 wird der seit 1976 in einer Dortmunder Sozietät als Rechtsanwalt tätige Reinhard Rauball in einer hitzigen Mitgliederversammlung zum neuen BVB-Präsidenten gewählt. Er ist mit gerade mal 32 Jahren der jüngste Präsident der Bundesliga.

Elf Derby-Fun-Facts gegen Schalke — im Schalke-Dossier

Die kuriosen Episoden des Revierderbys von 1925 bis 2019/20 stehen chronologisch im Schalke-Teil von Akte Bundesliga.

11 Fun Facts speziell zum Derby Schalke 04 vs. Borussia Dortmund gibt es in dem Dossier über Schalke 04. Chronologisch geordnet. Vom Derby im Jahr 1925 bis zur Saison 2019/20.

Häufige Fragen

Welchen Rekord hält das Westfalenstadion?
Der Signal Iduna Park fasst 81.365 Zuschauer und ist damit das größte Fussballstadion Deutschlands.
Wer war der jüngste BVB-Bundesligaspieler?
Nuri Sahin debütiertete am 06.08.2005 mit 16 Jahren und 335 Tagen als jüngster Spieler der Bundesliga-Geschichte.
Was war der erste Europapokal-Sieg eines deutschen Vereins?
Borussia Dortmund gewann 1966 in Glasgow den Europapokal der Pokalsieger gegen den FC Liverpool — als erster deutscher Klub.
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