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Personae Non Gratae — Diese Typen sind unbeliebt

Pierre-Emerick Aubameyang – Der Proll: Der BVB beschert Pierre-Emerick Aubameyang die bis dato, erfolgreichsten Jahre seines Fußballerlebens.

ORACLE · LIVE Spieltag 31 · So., 03.05., 15:30
Gladbach BVB
Heim 25.3% 3.81
Unent. 24.7% 3.91
Ausw. 50.0% 1.93

Die Unerwuenschten

Spieler und Funktionäre, die beim BVB in Ungnade fielen.

Aubameyangs goldener Geländewagen Richtung Arsenal

98 Tore in fünf Jahren, dann ein Abgang im Privatjet samt Streikdrohung: Aubameyang verspielte 2018 jede Sympathie der BVB-Fans.

Der BVB beschert Pierre-Emerick Aubameyang die bis dato, erfolgreichsten Jahre seines Fußballerlebens. 98 Tore erzielt er zwischen 2013 und 2018 für die Schwarz-Gelben und schafft den Durchbruch zum Weltstar. Aubameyangs Wechsel zum FC Arsenal wird jedoch begleitet von Streikdrohungen und offensiv kommunizierten Transferforderungen.

Im goldenen Geländewagen chauffiert „Auba" sich anschließend selbst zum Flughafen und düst im Privatjet in Richtung England ab. Understatement und Dankbarkeit sehen anders aus. Der extrovertierte Bundesliga-Torschützenkönig entschuldigt sich im Nachhinein via Instagram bei seinen Fans und für seinen Abgang, doch die nehmen ihm die Show nicht ab.

Nachdem der Paradiesvogel in Richtung Premiere League davon flattert, kehrt endlich etwas Ruhe im Lager der Dortmunder ein. Ersetzen können die Borussen den Top-Torjäger nicht. Das Arbeitspapier von Leih-Stürmer Michy Batshuayi vom FC Chelsea, der gut einschlägt, ist nicht mit einer Kaufoption versehen…

Pierre-Emerick Aubameyang bei Borussia Dortmund
Erst Pokalsieger, dann stilloser Abgang: Pierre-Emerick Aubameyang bei Borussia Dortmund. Foto: Imago Images/Jan Huebner

Doktor Gott: Niebaums Aufstieg, Fall und Strafprozess

Drei Meisterschaften, Champions-League-Sieg 1997 — und ein dreistelliges Millionenminus: Gerd Niebaum brachte den BVB an die Börse und fast in die Pleite.

Er führt Borussia Dortmund in den Triumph und an den Rand des Bankrotts. Unter Niebaums Präsidentschaft gewinnt der BVB den DFB-Pokal 1989, drei deutsche Meisterschaften (1995, 1996 und 2002), die Champions League 1997 und den Weltpokal 1997. Niebaum will den FC Bayern München in den Schatten stellen. Er erreicht viel und verliert dabei jegliches Maß.

Zum Champions-League-Bankett lässt er seine Lieblingskapelle nach München einfliegen. Er investiert in ein Gigantenstadion, zahlt Unsummen an Gehältern, bringt Dortmund an die Börse und verdient dabei zunächst mehr als gut. „Doktor Gott" wird Niebaum bald spöttisch von den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle genannt, weil er aus dem Verein Borussia Dortmund den Konzern BVB KGaA gemacht hat, sich in alles einmischt, beratungsresistent geworden ist, in seiner eigenen Welt zu leben scheint.

Als die Blase platzt und Niebaums Misswirtschaft auffliegt, weist Dortmund ein dreistelliges Millionenminus auf. „Sie haben den Verein zerstört!", lautet der schwere Vorwurf an Niebaum auf einer der turbulentesten BVB-Jahreshauptversammlungen im November 2004. Die Insolvenz kann erst die neue Führungs-Crew um den nach Niebaums eiligem Rücktritt am 14. November 2004 noch einmal amtierenden Dr. Reinhard Rauball und Hans-Joachim („Aki") Watzke verhindern. Aber erst, nachdem der gefallene „Gott" im Februar 2005 auch sein letztes Amt als Geschäftsführer – der Mann kontrolliert sich praktisch selbst – aufgibt. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall und Gerd Niebaums Fall ist tief. Er verliert vor Gericht gegen den Vermieter seiner gewaltigen Kanzlei-Immobilie (monatlich 40 000 Euro) an der Dortmunder B1, muss Miete plus Nebenkosten in Höhe von 750.000 Euro bis zum vertraglichen Ende der offiziellen Mietzeit weiter zahlen. Auch die Sparkasse Werl fordert die Zahlung der Schulden des Kanzlei-Kontos in Höhe von 650 000 Euro – und gewinnt den Prozess. 2012 verliert er wegen „Vermögensverfall" endgültig seine Anwaltszulassung. Die Vorwürfe, die ihm 2015 in einem Prozess gemacht werden, sind schwerwiegend. Rund 1,7 Mio. Euro soll Niebaum seit 2005 veruntreut haben, als er laut Anklage 16 Mio. Schulden bei Banken und 1,3 Mio. Euro Schulden bei privaten Gläubigern hat. Als Testamentsvollstrecker soll er sich zudem 2005 aus einem Nachlass ein Darlehen in Höhe von 459.000 Euro selbst gewährt und ausgezahlt haben. Und zwischen 2006 und 2008 soll er beim Beantragen von Krediten bzw. Aufstockungen von Kreditlinien in Höhe von insgesamt 650.000 Euro unvollständige Angaben zu seinen privaten Verbindlichkeiten gemacht haben. Um zwei Darlehen seines mittlerweile verstorbenen Schwagers über 200.000 bzw. 400.000 Euro zu verlängern, soll er dessen Unterschrift gefälscht haben. Im Signal Iduna Park ist Niebaum seitdem kaum noch gesichtet worden. Einen großen Abschied für den Präsidenten, der Dortmund erst in den Himmel und dann in die Hölle geführt hat, gibt es nicht.

Dr. Gerd Niebaum, ehemaliger Präsident von Borussia Dortmund
Dr. Gerd Niebaum führt den BVB erst an die Börse — und dann an den Rand des Ruins. Foto: Imago Images/Team 2

Dunkle Kapitel

Kriminelle Machenschaften rund um den BVB.

Drei Sprengsätze, eine Aktienwette: Der Anschlag 2017

Am 11. April 2017 explodierten drei nagelbestückte Bomben am Mannschaftsbus — der Täter hatte auf fallende BVB-Aktien spekuliert.

Um 19:15 Uhr, im Dortmunder Stadtteil Höchsten, explodieren am 11. April 2017 drei mit Metallstiften bestückte Sprengsätze. Sie sind in einer Hecke deponiert worden, um den vorbeifahrenden Dortmunder Mannschaftsbus zu treffen. Die Spieler befinden sich auf dem Weg zum alten Westfalenstadion, wo das Champions League-Viertelfinale gegen AS Monaco stattfinden soll.

Abwehrspieler Marc Bartra erleidet einen Speichenbruch sowie mehrere Fremdkörper-Einsprengungen im Arm. Ein begleitender Motorradpolizist kommt mit Knalltrauma ins Krankenhaus. Die Fußballwelt steht unter Schock.

Die perfide Denke des Attentäters: er hat auf den Kursverlust der BVB-Aktie gewettet und will mit Verkaufsoptionen auf den BVB Geld verdienen, sobald die Börse auf die Schocknachricht mit einem Kursverfall der BVB-Aktie reagiert. Offiziell wird er am 27. November 2018 wegen 28-fachen Mordversuchs aus „Habgier" zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Florian Homm: Vom BVB-Retter zum Flüchtigen mit 150 Millionen

Der Finanzmanager rettete Dortmund 2004 mit 20 Millionen Euro, entmachtete Niebaum — und tauchte 2007 mit 150 Millionen Euro unter.

Auf dem Höhepunkt der Dortmunder Finanzkrise taucht im Sommer 2004 unvermutet ein schillernder Helfer auf. Es ist der Finanzmanager Florian Homm. Der Hesse, Havard-Absolvent als Master of Business Administration, wird in Zeiten des „Neuen Marktes" an der Frankfurter Börse Ende der 1990-er und Anfang der 2000-er Jahre vor allem dadurch bekannt, dass er sich als „Sterbehelfer" bei bankrotten Unternehmen hervortut – und offenbar mächtig abkassiert.

2004 steigt Homm beim BVB ein und rettet den Verein mit einer Kapitalerhöhung von 20 Mio. Euro vor der sicheren Pleite. Doch Homm weiß: Wer das Geld hat, der hat auch die Macht und die will der neue Großaktionär in Dortmund an sich reißen.

„Ich will einen wie Rapolder", untergräbt er in einem Interview mal eben die Autorität von BVB-Trainer Bert van Marwijk. Homm gelingt es, seinen Einfluss auszuweiten und die BVB-Führung um den schwer in der Kritik stehenden Dr. Gerd Niebaum zu entmachten.

Ein Wirtschaftskrimi! In seiner Biographie Kopf. Geld. Jagd berichtet Homm später, er habe „eigentlich mit dem BVB Geld machen und ihn an zwei russische Oligarchen verkaufen wollen". Als er, entgegen seiner Gewohnheit, „erst nach seinem Einstieg eine Überprüfung des Unternehmens vornahm", bemerkt er angeblich, „wie schlecht es dem Klub ging" und „beschloss, ihn zu retten, da man sich die Verluste nicht erlauben konnte." Das klappt: Homm rettet Dortmund mit einem (ersten) Sanierungspaket 2005 die Lizenz. In der Folgezeit verkauft er alle Aktien. BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball: „Er kam mit hehren Absichten, verwechselte dann leider einen Fußballverein mit einer normalen AG. Das ist ein Grund, weshalb wir mit der 50 plus 1-Regelung verhindern wollen, dass fußballfremde Investoren einen Klub übernehmen." Die Fans haben Anfang 2005 genug vom Geschacher um ihren Klub und starten vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum (1:0) den legendären „Not for Sale"-Marsch zum Westfalenstadion. 2007 ist Homm im Zuge der Finanzkrise von der Bildfläche verschwunden. Dr. Reinhard Rauball zu BILD: „Wir haben keinen Kontakt mehr. Mich würde auch interessieren, was aus ihm geworden ist." Das klärt sich bald. Homm ist mit 150 Millionen Euro auf der Flucht! Er wird in Caracas in Venezuela gesichtet, angeschossen. Am 8. März 2013 wird er von der italienischen Polizei und Zielfahndern des FBI in der weltberühmten Gemälde-Sammlung der Uffizien in Florenz verhaftet. Das Ende eines Finanz-Jongleurs, der den BVB gerettet und benutzt hat.

Häufige Fragen

Was machte Aubameyang beim BVB so kontrovers?
Pierre-Emerick Aubameyang erzwang seinen Abgang im Januar 2018 durch Disziplinlosigkeit und öffentliche Provokationen, obwohl er als Torschützenkönig gefeiert wurde.
Was war die Rolle von Gerd Niebaum beim BVB?
Präsident Niebaum führte den BVB an die Börse und in eine aggressive Expansionspolitik, die den Verein an den Rand der Insolvenz brachte.
Was geschah beim BVB-Anschlag 2017?
Am 11. April 2017 explodierte eine Bombe am Mannschaftsbus. Der Attentäter Sergej W. hatte auf fallende BVB-Aktien spekuliert.
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