Schlüsselfiguren
Diese Typen prägen den Verein
Der gebürtige Dresdener kommt 1993 als Mittelfeldspieler nach Dortmund. Vorangegangen ist ein völlig missglücktes Gastspiel bei Inter Mailand. Sammer, immer schon eine Art spielender Trainer, hat sich mit Inter-Coach Osvaldo Bagnoli überworfen – und will nur noch zurück in die Bundesliga. Dortmund stemmt den Mega-Transfer in der Winterpause 1992/93 und Trainer Ottmar Hitzfeld erkennt seine Zweikampfstärke. Er macht aus Sammer einen Libero, dessen Erfolgsquote bis heute äußerst imposant ist. Zwei Deutsche Meistertitel 1995 und 1996, ein UEFA-Champions-League-Sieg 1997 sowie der Weltpokal sprechen Bände, in seiner Glanzzeit beim BVB avanciert der zweifache Fußballer des Jahres in Deutschland zum Prototyp des Führungsspielers, auf den auch die Nationalmannschaft nicht verzichten kann. Mit einem Abwehrchef Sammer wird Deutschland 1996 Europameister und Sammer anschließend sogar Europas Fußballer des Jahres. Als Trainer kehrt der „Feuerkopf“ 2000 nach seinem frühen Karriere-Ende (1997) wegen einer nicht heilen wollenden Entzündung aufgrund multiresistenter Keime im Knie zurück zu seinem Erfolgsverein, führt die Mannschaft, wie schon als Spieler, 2002 zum Meistertitel und geht als jüngster Meistertrainer in die Bundesligageschichte ein 18. Seit 2018 ist „der Löwe aus Sachsen“ als externer Berater zurück bei den Schwarz-Gelben.
„In Dortmund ist Fußball nicht die schönste Nebensache der Welt. Es ist die Hauptsache!“, spricht der Erfolgstrainer. Bekannt für seine emotionalen Auftritte, weiß „Kloppo“ stets zu polarisieren. Laut, engagiert und mit jeder Menge Herzblut führt er den BVB 2011 und 2012 zum Meistertitel und holt auch den DFB-Pokal 2012 - und somit das erste Double der Vereinsgeschichte. Sein Gespür, Spieler zu fördern, hat Klopp aus Mainz, wo er spätere Trainer und Nationalspieler wie Manuel Friedrich, Andrij Woronin oder Marco Rose formt, mit nach Dortmund gebracht. Man kann sogar sagen: Kein deutscher WM-Titel 2014 ohne Klopp! Denn DFB-Abwehrchef Mats Hummels wird unter Klopp erst zum Nationalspieler und auch der feine Techniker Mario Götze – zur WM 2014 zwar schon in Diensten von Bayern München – gilt als Entdeckung von Klopp. Der Schwabe belebt den BVB aber nicht nur auf dem Platz. Seine Auftritte in der Pressekonferenz („Alle, die nicht wissen, wer Walter Frosch war: Bitte den Saal verlassen“) und seine ironisch-intelligente Art, sich vom Floskeldreschen im immer stromlinienförmigeren Fußballgeschäft abzuheben („Wenn meine Jungs ein Tor erzielen, fände ich es ganz schick, wenn es dann auch zählt“ / Klopp zur Torlinientechnik), machen ihn zu einer Ausnahmeerscheinung. „Kloppo“ ist ein Menschenfänger und seine offene, kommunikative Art, aber auch sein komisches Talent lassen ihn Dortmund und später auch Liverpool im Sturm erobern. Und sportlich? Klopp führt Dortmund zurück an die Spitze der Bundesliga, macht den BVB wieder zur klaren Nummer zwei hinter dem FC Bayern, ohne dabei den Boden unter den Füßen zu verlieren. „Alles, was ich bin, alles was ich kann, habt ihr mich werden lassen“, hat er schon bei seinem Abschied aus Mainz unter Tränen den Fans zugerufen. Für seine authentische Art und seine gelebte Begeisterung – Klopp bleibt immer auch ein Fan – danken ihm die Dortmunder Anhänger nach sieben Jahren mit einer beeindruckenden Choreographie in der Südkurve. Der von ihm selbst angeregte Abschied 2015 trotz fortlaufenden Vertrags ist tränenreich und viele hoffen, dass er nicht für immer ist. „Der ewige Dank der Borussen wird Dir gewiss sein“, ruft ihm BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke voller Pathos nach. Lars Ricken – Der Mann für die „Big Points“: Kein anderer Spieler steht so für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des BVB wie der am 10. Juli 1976 in Dortmund geborene Lars Ricken. Seinen Durchbruch schafft der deutsche A-Jugendmeister von 1994 im selben Jahr im Star-Ensemble von Trainer Ottmar Hitzfeld in der denkwürdigen UEFA-Cup-Partie gegen Deportivo La Coruna. Ricken schießt Borussia mit dem 3:1 gegen die Spanier Sekunden vor dem Ende der Verlängerung ins Viertelfinale. Ricken gehört nicht nur zu den größten „One Club Player“ der Bundesliga-Geschichte – zwischen 1993 und 2007 spielt er ausschließlich für die Schwarzgelben – sondern er erzielt zwei der wichtigsten Tore der BVB-Vereinsgeschichte. „Er kann der Mannschaft helfen, wenn nichts mehr geht“, sagt sein Entdecker Ottmar Hitzfeld über ihn. Der Coach behält Recht. Ricken köpft Borussia Dortmund 1995 mit dem 2:0 gegen Hamburg zur Meisterschaft und lupft sich mit dem 3:1 gegen Juventus Turin im CL-Finale von 1997 (Marcel Reif: „Ricken… Lupfen jetzt!“) in sämtliche Fußball-Geschichtsbücher. In diesem Spiel ist Ricken gerade mal 20 Sekunden auf dem Platz, ehe ihm der entscheidende Treffer gelingt. Nach 70 Minuten hat ihn Hitzfeld für den Schweizer Stephane Chapuisat in die Partie gebracht. Ricken hat beobachtet, dass „Juve“-Keeper Angelo Peruzzi oft weit vor dem Tor steht und so überlistet er ihn nach einem Traumpass von Andreas Möller. Aus 30 Metern geht der Ball über den überraschten Keeper hinweg ins Netz, Dortmund ist Champions-League-Sieger! Eine schwere Bänderverletzung, verursacht durch den ungestümen Einsatz des Bielefelders Uwe Fuchs, bremst Ende 1997 die Karriere des Jungprofis aus, der im gleichen Jahr in einem viel beachteten und kritisierten Werbespot die Kommerzialisierung des Fußballs kritisiert („Ich sehe VIP-Logen, wo früher Stehplätze waren, ich sehe Spieler, die öfter mit der Presse reden, als mit ihrem Coach… ich sehe Typen in Nadelstreifen und Geschäftemacherei ohne Ende – und dann sehe ich, was mir wirklich wichtig ist“). Im deutschen WM-Aufgebot 1998 fehlt der Name Lars Ricken und auch sonst ist die Nationalmannschaftskarriere des Dortmunder Shootingstars, der später als Jugend-Koordinator für Borussia Dortmund arbeitet, überschaubar. Ricken macht nur 16 Länderspiele, zu wenig gemessen an seinem Talent. Bei der Vize-Weltmeisterschaft 2002 in Asien wird er als einziger deutscher Feldspieler nicht eingesetzt. Dabei hätte er der Mannschaft, wie Hitzfeld glaubte, vielleicht im Finale gegen Brasilien (0:2) „dann helfen können, wenn nichts mehr geht“.
Kein anderer Spieler steht so für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des BVB wie der am 10. Juli 1976 in Dortmund geborene Lars Ricken. Seinen Durchbruch schafft der deutsche A-Jugendmeister von 1994 im selben Jahr im Star-Ensemble von Trainer Ottmar Hitzfeld in der denkwürdigen UEFA-Cup-Partie gegen Deportivo La Coruna. Ricken schießt Borussia mit dem 3:1 gegen die Spanier Sekunden vor dem Ende der Verlängerung ins Viertelfinale. Ricken gehört nicht nur zu den größten „One Club Player“ der Bundesliga-Geschichte – zwischen 1993 und 2007 spielt er ausschließlich für die Schwarzgelben – sondern er erzielt zwei der wichtigsten Tore der BVB-Vereinsgeschichte. „Er kann der Mannschaft helfen, wenn nichts mehr geht“, sagt sein Entdecker Ottmar Hitzfeld über ihn. Der Coach behält Recht. Ricken köpft Borussia Dortmund 1995 mit dem 2:0 gegen Hamburg zur Meisterschaft und lupft sich mit dem 3:1 gegen Juventus Turin im CL-Finale von 1997 (Marcel Reif: „Ricken… Lupfen jetzt!“) in sämtliche Fußball-Geschichtsbücher. In diesem Spiel ist Ricken gerade mal 20 Sekunden auf dem Platz, ehe ihm der entscheidende Treffer gelingt. Nach 70 Minuten hat ihn Hitzfeld für den Schweizer Stephane Chapuisat in die Partie gebracht. Ricken hat beobachtet, dass „Juve“-Keeper Angelo Peruzzi oft weit vor dem Tor steht und so überlistet er ihn nach einem Traumpass von Andreas Möller. Aus 30 Metern geht der Ball über den überraschten Keeper hinweg ins Netz, Dortmund ist Champions-League-Sieger! Eine schwere Bänderverletzung, verursacht durch den ungestümen Einsatz des Bielefelders Uwe Fuchs, bremst Ende 1997 die Karriere des Jungprofis aus, der im gleichen Jahr in einem viel beachteten und kritisierten Werbespot die Kommerzialisierung des Fußballs kritisiert („Ich sehe VIP-Logen, wo früher Stehplätze waren, ich sehe Spieler, die öfter mit der Presse reden, als mit ihrem Coach… ich sehe Typen in Nadelstreifen und Geschäftemacherei ohne Ende – und dann sehe ich, was mir wirklich wichtig ist“). Im deutschen WM-Aufgebot 1998 fehlt der Name Lars Ricken und auch sonst ist die Nationalmannschaftskarriere des Dortmunder Shootingstars, der später als Jugend-Koordinator für Borussia Dortmund arbeitet, überschaubar. Ricken macht nur 16 Länderspiele, zu wenig gemessen an seinem Talent. Bei der Vize-Weltmeisterschaft 2002 in Asien wird er als einziger deutscher Feldspieler nicht eingesetzt. Dabei hätte er der Mannschaft, wie Hitzfeld glaubte, vielleicht im Finale gegen Brasilien (0:2) „dann helfen können, wenn nichts mehr geht“.
“ Der 2003 verstorbene Stürmer kommt in 215 Bundesliga-Spielen auf 126 Treffer und wird im Europapokal-Sieger-Jahr 1965/66 mit 14 Buden Torschützenkönig in diesem Wettbewerb. Allein vier davon gelingen Emmerich in den beiden Halbfinal-Spielen gegen West Ham United. Im 1999 abgeschafften Pokalsieger-Cup hat kein Spieler in einer Saison mehr Tore erzielt als „Emma“, der seinen Mitspielern im Dortmunder Slang oft und gern mit „Gib mich die Kirsche“ empfiehlt, ihn anzuspielen. Dieses Zitat, aber auch Emmerichs Loyalität und seine unnachahmliche Stärke vor dem Tor machen ihn zu einem unsterblichen Publikumsliebling beim BVB. 1966 wird er als erster BVB-Spieler Torschützenkönig in der Bundesliga – mit 31 Treffern. 1967 teilt er sich den Torjäger-Titel mit dem einzigen Stürmer, der in seiner Ära noch besser ist als er selbst: Gerd Müller vom FC Bayern München. Sein wohl berühmtestes Tor erzielt der Mann mit der „linken Klebe“, mit dem unglaublich harten Linksschuss, allerdings nicht im Trikot des BVB, sondern im Nationaldress. Bei der Weltmeisterschaft 1966 jagt Emmerich im Gruppenspiel gegen Spanien (1:1) den Ball aus unmöglich spitzem Winkel ins Netz. Ein Jahrhundert-Tor. Lothar Emmerich kehrt 1999 als Fan-Beauftragter zu Borussia Dortmund zurück – und wenn er gemeinsam mit einem ehemaligen Mannschaftskollegen Alfred „Aki“ Schmidt die Geschichten vom „Jahrhunderttor“ bei der WM in England oder aus den goldenen sechziger Jahren mit dem BVB erzählt, kann man eine Stecknadel fallen hören. Die Dortmunder Südtribüne ehrt „Emma“, einen der größten Torjäger der BVB-Geschichte, nach seinem Tod mit einer Kurven-Choreographie. Und: Das BVB-Maskottchen, eine schwarz-gelbe Biene, trägt bis heute den Namen „Emma“.
Mittelfeldspieler, Kapitän, das Herz des BVB. Seine 463 Bundesligaspiele absolviert „Susi“ allesamt für den BVB und ist bis heute Bundesliga-Rekordspieler des Vereins. Von 1981 bis 1998 läuft der Spieler mit der „ewigen“ Nummer acht regelmäßig auf, bis er ins Vereinsmanagement wechselt. Der gebürtige Dortmunder wird als Spieler mit seinem Heimatverein zweimal Deutscher Meister 1995 und 1996, Champions League- und Weltpokal-Sieger 1997 und gewinnt den DFB-Pokal (1989). Seit 2005 laufen bei ihm als Sportdirektor die schwarz-gelben Fäden zusammen. Vom Scheitel bis zum Zeh – niemand ist mehr BVB! Alfred „Adi“ Preißler (1921 – 2003): „Entscheidend iss auffem Platz“ – „Grau ist alle Theorie, aber entscheidend iss auffem Platz“, dieses Zitat von Alfred „Adi“ Preißler, dem Grandseigneur des BVB, haben ganze Generationen von Fußballtrainern aufgegriffen. Der Kapitän der Meistermannschaft von 1956 und 1957 prägt die erste Erfolgs-Ära beim BVB. Gemeinsam mit Alfred Niepieklo und Alfred Kelbassa, dem legendären BVB-Innensturm jener Jahre, bildet er das Trio „Die drei Alfredos“. Preißler gewinnt mit dem BVB auch sechsmal die Westdeutsche Meisterschaft in der bis 1963 höchsten deutschen Spielklasse, der Oberliga. In 294 Spielen in der Oberliga West für Borussia Dortmund und Preußen Münster erzielt Preißler 175 Tore. Dazu kommen acht Buden in zehn Europacup-Spielen. Der gute „Adi“ wird 1999 zum „Torjäger des Jahrhunderts“ beim BVB gekürt. Preißler und die Borussia, das ist schon lange bevor es Marketingexperten auffällt „echte Liebe“. „Ab 1946 spielte ich für null Mark für den BVB, der bis heute meine große Liebe geblieben ist“, sagt Preißler später einmal über seine einmalige Beziehung zum Revierklub. Preißler und Max „Die Spinne“ Michallek landen als erste Borussen-Spieler im neu geschaffenen BVB-Wachsfigurenkabinett. Die Fans vergessen ihren „Adi“ nie: Zum 100-jährigen Vereinsbestehen 2009 zeigt die große Kurven-Choreographie auf der Südtribüne Preißler mit der einhändig gestemmten Meisterschale im Mittelpunkt einer Reihe von Personen, die den BVB prägten. Eines aber lässt Preißler bis zu seinem Tod nicht los: Nur zweimal, 1951 gegen Österreich und Irland, ist er für Deutschland aufgelaufen. Der Lauterer Spielmacher Fritz Walter steht beim „Chef“ Sepp Herberger höher im Kurs als der gebürtige Duisburger. Auch der Krieg raubt Preißler wichtige Fußballerjahre. „Die Nazis“, sagt er 1999, „haben mir ganz bestimmt 50 Länderspiele geklaut.“ Adi Preissler für den BVB (unten) und Günter Karnhof für S04 (oben) am 05.01.1958 im Spiel Dortmund (1:1). Imago Images / Horstmüller Dedê - Der Beliebte: Leonardo de Deus Santos kommt als 20-Jähriger 1998 nach Dortmund. Als Außenverteidiger wird er 2002 und 2011 Deutscher Meister und erreicht das Finale des UEFA-Cups 2002. Aufgrund seiner Fannähe ist Dedê nach wie vor einer der beliebtesten Spieler. Sein Abschiedsspiel veranstaltet der Brasilianer 2015 im Westfalenstadion vor einer Rekord-Kulisse von 81.359 Zuschauern. Es ist das europaweit bestbesuchte Abschiedsspiel eines ehemaligen Profifußballers, mit zahlreichen Weggefährten und ehemaligen Gegner, die als „Dedê Weltauswahl“ auf dem Platz gegeneinander antreten. Dieter „Hoppy“ Kurrat (1942 – 2017): Der „Terrier“ des BVB: Kann sein, dass seine nur 162 Zentimeter Körperlänge Dieter Kurrat die Nationalmannschaftskarriere gekostet haben. Über die U23 des DFB kommt der in Holzwickede geborene Mittelfeld-Allrounder nicht hinaus. Das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig. Denn beim BVB ist „Hoppy“ Kurrat eine Legende. Der kleine Bundesligaspieler ist ein unglaublicher Kämpfer, vor dem auch Stars wie Uwe Seeler, der Spanier Luis Suarez von Inter Mailand, Günter Netzer oder Wolfgang Overath regelmäßig kapitulieren müssen. Im Finale um die Deutsche Meisterschaft von 1963 soll Kölns Superstar Hans „De Knoll“ Schäfer nach geschlagenen 30 Minuten den ersten Ballkontakt gehabt haben, weil „Hoppy“ Kurrat stets einen Schritt schneller ist. Gigantische 612 Pflichtspiele macht „Hoppy“ Kurrat, der seinen Spitznamen vom Westernhelden „Hopalong Cassidy“ hat, für den BVB, mit dem er 1963 Deutscher Meister und 1966 Europapokalsieger wird. Doch der Ausverkauf der „Helden von Glasgow“ macht Kurrat bald zum Einzelkämpfer. „Als ich merkte, dass ich auf einmal fast alleine dastand, war es bereits zu spät“, sagt „Hoppy“ Kurrat zum Bundesliga-Abstieg 1972, „der Abstieg kam als Folge einer verfehlten Personalpolitik.“ Er bleibt trotz des Sturzes in die Zweitklassigkeit in Dortmund, lehnt besser dotierte Angebote von Hertha BSC oder Atalanta Bergamo ab. Sein Abschied vom BVB mit einem Spiel im neuen Westfalenstadion ist unschön. Kurrat erhält nur 40.000 Mark, der Verein rechnet nur 12.000 zahlende Zuschauer statt der tatsächlich anwesenden 20.000 ab. Ein Ärgernis für Kurrat, der dem finanziell schwächelnden Klub zuvor schon die 25.000 Mark Treueprämie geschenkt hat. Von 1976 bis 2012 betreibt Kurrat in Holzwickede die Kult-Kneipe „Hoppys Treff“. Dieter Kurrat am 01.08.1965 am Ball für Borussia Dortmund. Imago Images/ Kicker/ Metelmann 18. https://www.derwesten.de/thema/toedliche-keime/wie-matthias-sammer-nach-einer-mrsa-infektion-ums-leben-kaempfte-id10056831.html ↩
Leonardo de Deus Santos kommt als 20-Jähriger 1998 nach Dortmund. Als Außenverteidiger wird er 2002 und 2011 Deutscher Meister und erreicht das Finale des UEFA-Cups 2002. Aufgrund seiner Fannähe ist Dedê nach wie vor einer der beliebtesten Spieler. Sein Abschiedsspiel veranstaltet der Brasilianer 2015 im Westfalenstadion vor einer Rekord-Kulisse von 81.359 Zuschauern. Es ist das europaweit bestbesuchte Abschiedsspiel eines ehemaligen Profifußballers, mit zahlreichen Weggefährten und ehemaligen Gegner, die als „Dedê Weltauswahl“ auf dem Platz gegeneinander antreten. Dieter „Hoppy“ Kurrat (1942 – 2017): Der „Terrier“ des BVB: Kann sein, dass seine nur 162 Zentimeter Körperlänge Dieter Kurrat die Nationalmannschaftskarriere gekostet haben. Über die U23 des DFB kommt der in Holzwickede geborene Mittelfeld-Allrounder nicht hinaus. Das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig. Denn beim BVB ist „Hoppy“ Kurrat eine Legende. Der kleine Bundesligaspieler ist ein unglaublicher Kämpfer, vor dem auch Stars wie Uwe Seeler, der Spanier Luis Suarez von Inter Mailand, Günter Netzer oder Wolfgang Overath regelmäßig kapitulieren müssen. Im Finale um die Deutsche Meisterschaft von 1963 soll Kölns Superstar Hans „De Knoll“ Schäfer nach geschlagenen 30 Minuten den ersten Ballkontakt gehabt haben, weil „Hoppy“ Kurrat stets einen Schritt schneller ist. Gigantische 612 Pflichtspiele macht „Hoppy“ Kurrat, der seinen Spitznamen vom Westernhelden „Hopalong Cassidy“ hat, für den BVB, mit dem er 1963 Deutscher Meister und 1966 Europapokalsieger wird. Doch der Ausverkauf der „Helden von Glasgow“ macht Kurrat bald zum Einzelkämpfer. „Als ich merkte, dass ich auf einmal fast alleine dastand, war es bereits zu spät“, sagt „Hoppy“ Kurrat zum Bundesliga-Abstieg 1972, „der Abstieg kam als Folge einer verfehlten Personalpolitik.“ Er bleibt trotz des Sturzes in die Zweitklassigkeit in Dortmund, lehnt besser dotierte Angebote von Hertha BSC oder Atalanta Bergamo ab. Sein Abschied vom BVB mit einem Spiel im neuen Westfalenstadion ist unschön. Kurrat erhält nur 40.000 Mark, der Verein rechnet nur 12.000 zahlende Zuschauer statt der tatsächlich anwesenden 20.000 ab. Ein Ärgernis für Kurrat, der dem finanziell schwächelnden Klub zuvor schon die 25.000 Mark Treueprämie geschenkt hat. Von 1976 bis 2012 betreibt Kurrat in Holzwickede die Kult-Kneipe „Hoppys Treff“. Dieter Kurrat am 01.08.1965 am Ball für Borussia Dortmund. Imago Images/ Kicker/ Metelmann 18. https://www.derwesten.de/thema/toedliche-keime/wie-matthias-sammer-nach-einer-mrsa-infektion-ums-leben-kaempfte-id10056831.html ↩

Hans-Joachim Watzke: Vom CEO zum Präsidenten
Hans-Joachim Watzke, seit 2005 Geschäftsführer und das Gesicht des BVB-Wiederaufstiegs, zog sich 2023 schrittweise aus dem operativen Geschäft zurück. Er übergab den Posten des Geschäftsführers Sport an Lars Ricken und übernahm stattdessen das Amt des Vereinspräsidenten. Watzke war auch auf DFL-Ebene prägend: Als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Fußball Liga war er einer der mächtigsten Funktionäre des deutschen Fußballs und maßgeblich am gescheiterten Investorendeal der DFL beteiligt.
Sebastian Kehl: Der Nachfolger von Michael Zorc
Im Sommer 2022 übernahm Sebastian Kehl offiziell das Amt des Sportdirektors von Michael Zorc, der nach 44 Jahren beim BVB (davon 23 als Sportdirektor) in den Ruhestand ging. Kehl, selbst ehemaliger BVB-Kapitän (2002–2015), wurde bereits ab 2018 als Leiter der Lizenzspielerabteilung aufgebaut. Unter seiner Ägide wurden die Transfers von Adeyemi, Süle, Schlotterbeck, Guirassy und Beier getätigt — aber auch die umstrittene Entscheidung für Nuri Şahin als Trainer mitgetragen.
Edin Terzić: Vom Fan zum CL-Finaltrainer — und zurück
Keine BVB-Geschichte der letzten Jahre ist so romantisch wie die von Edin Terzić. Aufgewachsen als BVB-Fan in Menden, Jugendtrainer im Nachwuchsleistungszentrum, Co-Trainer unter Favre, dann zweimal Cheftrainer. Er gewann den DFB-Pokal 2021, knapp verpasste er die Meisterschaft 2023, und im Juni 2024 führte er den BVB ins Champions-League-Finale — das erste seit elf Jahren. Dann ging er. Terzić bat nach dem Finale um die Auflösung seines Vertrags, weil der Verein sich neu ausrichten wollte. Ein Abgang in Würde, der bei vielen Fans Trauer auslöste.
Marco Reus: Die Legende geht
Am 18. Mai 2024 führte Marco Reus den BVB ein letztes Mal als Kapitän auf den Rasen des Signal Iduna Parks. Beim 4:0 gegen Darmstadt 98 verwandelte er einen direkten Freistoß zum 2:0 — ein Abschiedstor wie aus dem Bilderbuch. Die Südtribüne zeigte eine überwältigende Choreo, Reus kletterte nach dem Spiel auf den Zaun und stimmte ein letztes Mal Gesänge an.
Das Abschiedsbier übernahm er für alle Fans persönlich. Nach 429 Pflichtspielen, 170 Toren und 131 Vorlagen in zwölf Jahren ging er zu LA Galaxy in die MLS. Sein letztes BVB-Spiel war das CL-Finale gegen Real Madrid — er kam als Joker, konnte die 0:2-Niederlage aber nicht mehr verhindern. 54 Verletzungen, kein Meistertitel, zwei CL-Finalniederlagen — und trotzdem einer der größten Spieler der Vereinsgeschichte.
Lars Ricken: Der Champions-League-Held wird CEO
Der Mann, der am 28. Mai 1997 mit seinem legendären Lupfer gegen Juventus Turin den Champions-League-Titel besiegelte, kehrte 2023 als Geschäftsführer Sport zum BVB zurück. Lars Ricken, nach seiner Spielerkarriere jahrelang im Nachwuchsbereich tätig, übernahm eine der wichtigsten Positionen im deutschen Profifußball. Unter seiner Führung wurde der Kader nach dem CL-Finale 2024 umgebaut, Kovač als Trainer verpflichtet und der Verein in der Saison 2025/26 sportlich stabilisiert.
und erreicht das Finale des UEFA-Cups 2002. Aufgrund seiner Fannähe ist Dedê nach wie vor einer der beliebtesten Spieler. Sein Abschiedsspiel veranstaltet der Brasilianer 2015 im Westfalenstadion vor einer Rekord-Kulisse von 81.359 Zuschauern. Es ist Adi Preissler für den BVB (unten) und Günter Karnhof für S04 (oben) am 05.01.1958 im Spiel Dortmund (1:1). das europaweit bestbesuchte Abschiedsspiel eines ehemaligen Profifußballers, mit zahlreichen Weggefährten und ehemaligen Gegner, die als „Dedê Weltauswahl“ auf dem Platz gegeneinander antreten.
Dieter „Hoppy“ Kurrat (1942 – 2017): Der „Terrier“ des BVB: Kann sein, dass seine nur 162 Zentimeter Körperlänge Dieter Kurrat die Nationalmannschaftskarriere gekostet haben. Über die U23 des DFB kommt der in Holzwickede geborene Mittelfeld-Allrounder nicht hinaus. Das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig. Denn beim BVB ist „Hoppy“ Kurrat eine Legende. Der kleine Bundesligaspieler ist ein unglaublicher Kämpfer, vor dem auch Stars wie Uwe Seeler, der Spanier Luis Suarez von Inter Mailand, Günter Netzer oder Wolfgang Overath regelmäßig kapitulieren müssen.
Im Finale um die Deutsche Meisterschaft von 1963 soll Kölns Superstar Hans „De Knoll“ Schäfer nach geschlagenen 30 Minuten den ersten Ballkontakt gehabt haben, weil „Hoppy“ Kurrat stets einen Schritt schneller ist. Gigantische 612 Pflichtspiele macht „Hoppy“ Kurrat, der seinen Spitznamen vom Westernhelden „Hopalong Cassidy“ hat, für den BVB, mit dem er 1963 Deutscher Meister und 1966 Europapokalsieger wird. Doch der Ausverkauf der „Helden von Glasgow“ macht Kurrat bald zum Einzelkämpfer.
„Als ich merkte, dass ich auf einmal fast alleine dastand, war es bereits zu spät“, sagt „Hoppy“ Kurrat zum Bundesliga-Abstieg 1972, „der Abstieg kam als Folge einer verfehlten Personalpolitik.“ Er bleibt trotz des Sturzes in die Zweitklassigkeit in Dortmund, lehnt besser dotierte Angebote von Hertha BSC oder Atalanta Bergamo ab. Sein Abschied vom BVB mit einem Spiel im neuen Westfalenstadion ist unschön. Kurrat erhält nur 40.000 Mark, der Verein rechnet nur 12.000 zahlende Zuschauer statt der tatsächlich anwesenden 20.000 ab.
Ein Ärgernis für Kurrat, der dem finanziell schwächelnden Klub zuvor schon die 25.000 Mark Treueprämie geschenkt hat. Von 1976 bis 2012 betreibt Kurrat in Holzwickede die Kult-Kneipe „Hoppys Treff“.
Dieter Kurrat am 01.08.1965 am Ball für Borussia Dortmund.
Häufige Fragen
Wer ist Lars Ricken beim BVB?
Lars Ricken ist seit 2023 Geschäftsführer Sport. Er wurde durch sein Champions-League-Tor gegen Juventus Turin 1997 berühmt.
Wer ist Sebastian Kehl?
Sebastian Kehl ist seit 2022 Sportdirektor und war zuvor langjähriger BVB-Kapitän (2002–2015).
Wer ist Niko Kovač?
Niko Kovač ist seit Februar 2025 Cheftrainer des BVB und stabilisierte den Verein nach dem Şahin-Debakel.
Wer war Matthias Sammer beim BVB?
Matthias Sammer wechselte 1992/93 nach Dortmund und wurde von Trainer Ottmar Hitzfeld zum Libero umfunktioniert. Er gewann zwei Deutsche Meistertitel (1995, 1996), die Champions League (1997) und den Weltpokal. 1996 wurde er Europameister und Europas Fussballer des Jahres. Seit 2018 ist er als externer Berater beim BVB.
Warum ist Lothar Emmerich eine BVB-Legende?
Lothar Emmerich erzielte in 215 Bundesliga-Spielen 126 Tore und wurde 1966 erster BVB-Torschuetzenkoenig mit 31 Treffern. Im Europapokal der Pokalsieger 1965/66 erzielte er 14 Tore. Das BVB-Maskottchen Emma ist nach ihm benannt.
Wer war Alfred Adi Preissler?
Alfred Preissler (1921-2003) war Kapitaen der BVB-Meistermannschaften 1956 und 1957. Er praegte den legendaeren Spruch Entscheidend iss auffem Platz und erzielte 175 Tore in 294 Oberliga-Spielen.