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Lars Ricken — Der Joker mit dem Lupfer von Turin

Der gebürtige Dortmunder trifft 1997 wenige Sekunden nach seiner Einwechslung per Lupfer gegen Juventus zum 3:1 im Finale.

Kein anderer Spieler steht so für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des BVB wie der am 10. Juli 1976 in Dortmund geborene Lars Ricken. Seinen Durchbruch schafft der deutsche A-Jugendmeister von 1994 im selben Jahr im Star-Ensemble von Trainer Ottmar Hitzfeld in der denkwürdigen UEFA-Cup-Partie gegen Deportivo La Coruna. \n\nRicken gehört nicht nur zu den größten „One Club Player" der Bundesliga-Geschichte – zwischen 1993 und 2007 spielt er ausschließlich für die Schwarzgelben – sondern er erzielt zwei der wichtigsten Tore der BVB-Vereinsgeschichte. „Er kann der Mannschaft helfen, wenn nichts mehr geht", sagt sein Entdecker Ottmar Hitzfeld über ihn. ") in sämtliche Fußball-Geschichtsbücher. In diesem Spiel ist Ricken gerade mal 20 Sekunden auf dem Platz, ehe ihm der entscheidende Treffer gelingt. Nach 70 Minuten hat ihn Hitzfeld für den Schweizer Stephane Chapuisat in die Partie gebracht. Ricken hat beobachtet, dass „Juve"-Keeper Angelo Peruzzi oft weit vor dem Tor steht und so überlistet er ihn nach einem Traumpass von Andreas Möller. Aus 30 Metern geht der Ball über den überraschten Keeper hinweg ins Netz, Dortmund ist Champions-League-Sieger!

Eine schwere Bänderverletzung, verursacht durch den ungestümen Einsatz des Bielefelders Uwe Fuchs, bremst Ende 1997 die Karriere des Jungprofis aus, der im gleichen Jahr in einem viel beachteten und kritisierten Werbespot die Kommerzialisierung des Fußballs kritisiert („Ich sehe VIP-Logen, wo früher Stehplätze waren, ich sehe Spieler, die öfter mit der Presse reden, als mit ihrem Coach… ich sehe Typen in Nadelstreifen und Geschäftemacherei ohne Ende – und dann sehe ich, was mir wirklich wichtig ist"). Im deutschen WM-Aufgebot 1998 fehlt der Name Lars Ricken und auch sonst ist die Nationalmannschaftskarriere des Dortmunder Shootingstars, der später als Jugend-Koordinator für Borussia Dortmund arbeitet, überschaubar. Ricken macht nur 16 Länderspiele, zu wenig gemessen an seinem Talent. Bei der Vize-Weltmeisterschaft 2002 in Asien wird er als einziger deutscher Feldspieler nicht eingesetzt. Dabei hätte er der Mannschaft, wie Hitzfeld glaubte, vielleicht im Finale gegen Brasilien (0:2) „dann helfen können, wenn nichts mehr geht".

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