Panne in der Champions-League: Alles andere als „königlich" geht es am 1. April 1998 im Estadio Santiago Bernabeu in Madrid zu. Borussia Dortmund wird unverschuldet das Opfer einer der größten Pannen in einem Europacup-Spiel mit deutscher Beteiligung. \n\nAlle freuen sich auf das Champions-League-Halbfinale Real Madrid gegen Borussia Dortmund. Nur die Ultras der ,,Königlichen" gehen zu weit.
000 Zuschauer im Stadion und Millionen an den TV-Bildschirmen glauben zunächst an einen Aprilscherz. Doch das Tor vor der Nordtribüne des Bernabeu ist unter der Last der 50 Ultra-Fans tatsächlich abgeknickt. \n\nEin Königreich für ein Tor! Dieses muss erst vom Trainingsgelände der „Königlichen" herangekarrt werden.
Der ,,Tor-Fall" von Madrid treibt unterdessen RTL-Moderator Günther Jauch im Kölner Studio und Live-Reporter Marcel Reif zu Höchstleistungen. Sie witzeln um die Wette und erhalten für Kalauer wie ,,Das erste Tor fiel in der 0. Minute" oder ,,Ein Tor würde dem Spiel guttun" 1998 den Grimme-Preis. Eine Sternstunde des deutschen Fußball-Fernsehens.
„Es war ein Abend der Anarchie. Champions-League-Spiele sind bis auf die letzte Sekunde durchgeplant, solch ein Chaos schien schlicht nicht möglich", erinnert sich Marcel Reif zum 10. Jahrestag 2008 in der WELT, „und auch für den Sender war die Situation sehr unappetitlich. Es wusste beispielsweise niemand, ob Werbung gezeigt werden darf.
" Borussia Dortmund dagegen verpasst die Gunst der Stunde: Anstatt Protest einzulegen und erst gar nicht anzutreten, wird schön brav gespielt – man will ja niemandem Probleme bereiten – und mit 0:2 verloren. Eine zu hohe Hypothek für das Rückspiel (0:0). Der Titelverteidiger ist raus.