Kaum ein Spieler hat bei Borussia Dortmund Fans und Medien stärker polarisiert als Andreas „Andy" Möller. Der gebürtige Frankfurter landet 1988 beim BVB. \n\nDas ändert sich im Frühjahr 1990. Eintracht Frankfurt will das selbst ausgebildete Supertalent zurückhaben. Und Möller, der seine überragende Technik als Kind im Frankfurter Stadtteil Sossenheim mit dem Spielen von Tennisbällen trainiert hat, folgt dem Ruf der Main-Metropole, wo zu diesem Zeitpunkt noch wesentlich üppiger bezahlt wird als in Dortmund. \n\nDass Katharina Niebaum, die Tochter von BVB-Boss Dr.
Gerd Niebaum für den in Ungnade gefallenen Regisseur im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (1:1) ein Gedicht vorträgt, das mit „Andy Möller, Dankeschön" endet, ist an Kitsch nicht mehr zu überbieten. 1994 ist Möller wieder da. Angelockt von den UEFA-Cup-Millionen von Borussia Dortmund kehrt er an den Borsigplatz zurück.
Er wird anfangs ausgepfiffen und erst sein Slalom-Tor zum 3:2-Sieg im Revier-Derby 1994 gegen den FC Schalke 04 bricht das Eis. „Turbo-Möller" kämpft beim BVB in seiner zweiten Schaffensphase vor allem gegen den Ruf, ein „ewiges Talent" zu sein, erfolgreich an. Er führt die Borussia 1995 zur ersten Meisterschaft in der Bundesliga und leistet sich direkt danach den nächsten peinlichen Moment: „Das ist der schönste Tag in meinem Leben.
" Die Titelverteidigung 1996 und der Champions-League-Sieg 1997 sind ebenfalls eng mit der Spielstärke von Andreas Möller verbunden. Möller wäre aber nicht Möller, wenn sein erneuter und finaler Abgang von BVB nicht auch spektakulär wäre.