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Geld und Groessenwahn

Niebaums Börsen-Euphorie und die überhörten Warnungen

Präsident Gerd Niebaum lockt mit zweistelligen Renditen, während Investmentbanker schon vor dem Start vor Spekulationsrisiken warnen.

Borussia Dortmund und sein ambitionierter Boss Dr. Gerd Niebaum wollen von dieser Boom-Phase profitieren. Sie beauftragen ein Konsortium unter Führung der Deutschen Bank damit, den Börsengang vorzubereiten.\n\nDie Erwartungen an die erste „Fußball-Aktie" sind riesig.

Schon wenige Tage vor der Erstausgabe laufen bei Borussia Dortmund die Telefone heiß. Fast 11.000 Vereinsmitglieder haben schon vor der am 23. Oktober 2000 starteten Preisfindungsphase versucht, die Aktie zu zeichnen.\n\nDie Experten kommen aus den Lobeshymnen kaum noch heraus. „Deutschland gehört zu den größten Märkten für Fußball, Dortmund ist ein Topverein und damit eine Topmarke", jubelt etwa der Analyst Jan Herbst vom Investmenthaus Oppenheim Finanzanalyse.

Während Niebaum und Co. die Anleger mit „Renditen im zweistelligen Bereich" locken, werden mahnende Stimmen überhört.\n\nDie Bewertung der BVB-Aktie hänge nicht allein am Erfolg des Unternehmens, warnen erfahrene Investmentbanker schon vor dem Start, sondern auch von der Leistung der BVB-Kicker ab. Viele europäische Klubs, die börsennotiert sind - Tottenham Hotspur macht in England 1983 den Anfang – haben mit starken Kursschwankungen zu kämpfen und sind, was ihre Kursentwicklung anbetrifft, keine gute Kapitalanlage. „Spielt eine Mannschaft schlecht, gehen die Einnahmen automatisch zurück", erklärt Karsten Rahlf von der Hamburger Vereins- und Westbank das Aktien-Dings noch mal für Blöde, „das Schöne an einer solchen Aktien ist, dass die Kleinanleger die Entwicklung des Fußball-Titels verstehen." Andere sehen es kritisch: „Die Aktie wird zur reinen Spekulationsanlage oder zum Liebhaberstück", glaubt ein Frankfurter Investmentbanker.

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